Glossar: Energieeffizienz und Gebäudetechnik Begriffe

Glossar

A

Abwärme – Wärme, die bei Prozessen (z. B. Heizung, Industrie) ungenutzt verloren geht.
Anlagentechnik – Technische Systeme wie Heizung, Lüftung oder Warmwasserbereitung im Gebäude.
Austauschpflicht – Gesetzliche Pflicht zum Austausch alter Heizkessel gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG).

B

BAFA – Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle; fördert Energieberatung und Sanierungsmaßnahmen.
Bedarfsausweis – Energieausweis, der den theoretischen Energiebedarf eines Gebäudes auf Basis von Berechnungen angibt.
Blower-Door-Test – Luftdichtheitsprüfung eines Gebäudes durch Unter- und Überdruckverfahren.
Bruttowärmeerzeugung – Gesamte erzeugte Wärmeenergie, bevor Verluste abgezogen werden.

C

CO₂-Emission – Ausstoß von Kohlendioxid, das bei Energieerzeugung oder -verbrauch entsteht.
Contracting – Energiedienstleistung, bei der ein Anbieter Planung, Finanzierung und Betrieb übernimmt.

D

Dämmung – Material oder Maßnahme zur Verringerung von Wärmeverlusten an Gebäudehülle oder Rohrleitungen.
Dämmstoff – Werkstoff zur Wärmedämmung (z. B. Mineralwolle, Holzfaser, EPS).
Dämmwert (λ) – Wärmeleitfähigkeit eines Materials; je kleiner der Wert, desto besser die Dämmwirkung.

E

Energieausweis – Dokument, das den energetischen Zustand eines Gebäudes beschreibt. Pflicht bei Verkauf oder Vermietung.
Energiebedarf – Berechnete Energiemenge, die zur Beheizung und Warmwasserbereitung nötig ist.
Energieberatung – Fachliche Analyse und Beratung zur energetischen Optimierung von Gebäuden.
Energieeffizienz – Verhältnis von Energieeinsatz zu Nutzen; hohe Effizienz = geringer Verbrauch.
EnEV – Ehemalige Energieeinsparverordnung; seit 2020 im GEG aufgegangen.
Erneuerbare Energien – Energiequellen wie Sonne, Wind, Biomasse, Wasser und Erdwärme.

F

Fördermittel – Finanzielle Unterstützung (z. B. BAFA, KfW) für energetische Maßnahmen.
Fensteraustausch – Sanierungsmaßnahme zur Reduzierung von Wärmeverlusten und Verbesserung der Dichtheit.
Fußbodenheizung – Flächenheizung mit niedriger Vorlauftemperatur; besonders effizient in Kombination mit Wärmepumpen.

G

Gebäudeenergiegesetz (GEG) – Zentrales Gesetz, das Anforderungen an Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energien regelt.
Gesamtenergieeffizienz – Bewertung der Energieeffizienz eines Gebäudes inklusive Hülle und Anlagentechnik.
Gebäudeluftdichtheit – Maß dafür, wie luftundurchlässig die Gebäudehülle ist.

H

Heizlast – Wärmemenge, die notwendig ist, um ein Gebäude bei Normbedingungen zu beheizen.
Heizungsmodernisierung – Austausch oder Optimierung alter Heizungsanlagen zur Effizienzsteigerung.
Hüllfläche – Summe aller wärmeübertragenden Flächen eines Gebäudes.

I

ISFP (Individueller Sanierungsfahrplan) – Förderfähige Energieberatung, die schrittweise Sanierungsempfehlungen gibt.
Innendämmung – Dämmung an der Innenwand; wird genutzt, wenn Außendämmung nicht möglich ist.
Infiltration – Unkontrollierter Luftaustausch durch Undichtigkeiten.

J

Jahresarbeitszahl (JAZ) – Effizienzkennzahl einer Wärmepumpe; Verhältnis von abgegebener Wärme zu eingesetzter Energie.

K

KfW – Kreditanstalt für Wiederaufbau; bietet Förderkredite und Zuschüsse für energetische Sanierungen.
Kilowattstunde (kWh) – Einheit für Energie; 1 kWh = 1000 W für eine Stunde.
Konvektion – Wärmeübertragung durch Luft- oder Flüssigkeitsströmung.

L

Lüftungskonzept – Plan zur Sicherstellung ausreichender Frischluft und Vermeidung von Feuchteschäden.
Luftwechselrate – Maß für den Luftaustausch in einem Raum pro Stunde.
Luftdichtheit – Eigenschaft der Gebäudehülle, Luftleckagen zu vermeiden.

M

Modernisierung – Technische und bauliche Verbesserung eines Gebäudes, oft mit Energieeinsparziel.
Mehrfamilienhaus (MFH) – Wohngebäude mit mehreren Wohneinheiten; energetisch komplexer als EFH.
Monitoring – Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs nach der Sanierung.

N

Nachhaltigkeit – Nutzung von Ressourcen, ohne zukünftige Generationen zu gefährden.
Nachrüstpflicht – Verpflichtung zur Umsetzung bestimmter Maßnahmen laut GEG (z. B. Dämmung oberster Geschossdecke).
Nutzenergie – Energie, die nach allen Verlusten tatsächlich zur Verfügung steht (z. B. Heizwärme im Raum).

O

Optimierung der Heizungsanlage – Feineinstellung, hydraulischer Abgleich und Effizienzsteigerung bestehender Systeme.
Oberste Geschossdecke – Bauteil zwischen beheiztem Raum und Dach; häufig nachrüstpflichtig zu dämmen.

P

Photovoltaik (PV) – Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie.
Primärenergiebedarf – Gesamtenergie inklusive Vorkettenverluste (z. B. Förderung, Transport).
Pufferspeicher – Wärmespeicher zur effizienteren Nutzung von Heizsystemen.

Q

Qualitätssicherung – Kontrolle der energetischen Planung und Ausführung zur Vermeidung von Fehlern.
Qp – Kennwert für Primärenergiebedarf laut GEG.

R

Regenerative Energien – Synonym für erneuerbare Energien.
Raumwärmebedarf – Energie, die zur Beheizung eines Gebäudes benötigt wird.
Restwärmenutzung – Verwendung verbleibender Wärmeenergie, z. B. in Wärmerückgewinnungssystemen.

S

Sanierungsfahrplan – Siehe ISFP; strukturiert empfohlene Maßnahmen über Zeit.
Solarthermie – Nutzung von Sonnenenergie zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung.
Stichprobenkontrolle – Prüfung von Energieausweisen durch die Länderbehörden.
Strommix – Zusammensetzung des in Deutschland erzeugten Stroms aus verschiedenen Quellen.

T

Thermografie – Wärmebildverfahren zur Darstellung von Wärmeverlusten an der Gebäudehülle.
Transmissionswärmeverlust – Wärmeverlust durch Wände, Fenster und Dach.
Tauwasserausfall – Feuchtebildung durch Kondensation an kalten Flächen.

U

U-Wert – Wärmedurchgangskoeffizient; je niedriger, desto besser die Dämmwirkung.
Umweltwärme – Energie aus Luft, Wasser oder Erdreich, die von Wärmepumpen genutzt wird.
Unterdeckbahn – Schutzschicht unter der Dacheindeckung zur Abdichtung und Dampfdiffusion.

V

Verbrauchsausweis – Energieausweis, der auf tatsächlichem Energieverbrauch basiert.
Vorlauftemperatur – Temperatur des Heizwassers, das vom Wärmeerzeuger in den Heizkreislauf fließt.
Ventilation – Gezielter Luftaustausch über natürliche oder mechanische Lüftung.

W

Wärmebrücke – Stelle in der Gebäudehülle mit erhöhter Wärmeabfuhr.
Wärmepumpe – Heizsystem, das Umweltwärme auf nutzbares Temperaturniveau hebt.
Wärmerückgewinnung – Nutzung von Abluftwärme zur Vorerwärmung der Zuluft.
Wirtschaftlichkeit – Verhältnis von Investitionskosten zu Energieeinsparung.

Z

Zirkulationsleitung – Leitung für ständige Warmwasserzirkulation; sollte gut gedämmt sein.
Zuschuss – Nicht rückzahlbare Förderung durch Staat oder Förderbanken.
Zukunftshaus – Gebäude, das heutigen Effizienzanforderungen weit voraus ist (z. B. Effizienzhaus 40 Plus).

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